"Little Big City" erklärt spielerisch Stadtgeschichte

 

Am Alexanderplatz eröffnet am 1. Juli eine neue Touristenattraktion. Sieben Epochen der Berliner Geschichte werden anhand von kleinen, interaktiven Miniaturschauplätzen und 3-D-Figuren erzählt. Das Besondere: Viele der Charaktere stellen Zeitzeugen dar, die mit ihren persönlichen Erlebnissen die Zeitreise bereichern.
Bei der Baustellenbesichtigung am Mittwoch waren sechs der Zeitzeugen anwesend. Burkhart Veigel beispielsweise war einer der erfolgreichsten Fluchthelfer zur Zeit der Berliner Mauer. Er half circa 650 DDR-Bürgern über die Grenze in den Westen. In Little Big City steht er als 3-D-Druck neben einem Cadillac. Einen solchen hatte Veigel damals umgebaut, damit sich Flüchtige darin verstecken können. "Es ist sehr wichtig, Geschichte darzustellen. Ich brenne für die Aufarbeitung, damit die jungen Menschen Lehren für ihr eigenes Leben ziehen können," sagte der 79-Jährige.
Auch eine Mahnungfür die jungen Menschen
Karl-Heinz-Richter, ebenfalls Zeitzeuge und Fluchthelfer, freut sich über die Anerkennung, als 3-D-Figur verewigt zu sein. "Damit will ich den jungen Leuten aber auch zeigen: Guckt mal, in was für einer freien und demokratischen Gesellschaft ihr lebt. Passt auf, dass es so bleibt", sagte Richter. Anja Nitsch, Leiterin von Little Big City, erklärte, dass Berlins Miniaturversion nicht nur für Kinder spannend sei. Vielmehr richtet sich die Ausstellung an Geschichtsinteressierte jeden Alters. Insgesamt spannt sie den Bogen vom zwölften Jahrhundert über die Industrialisierung, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus bis zur geteilten Stadt und der modernen Metropole. Damit die Informationen historisch korrekt seien, hätten auch etliche Historiker hätten die Fakten geprüft.
Wer Little Big City besuchen will, braucht Liebe zum Detail. Viele der unscheinbaren Figuren stehen für ein ordentliches Stück Geschichte. Dasselbe gilt für die Bauwerke, Straßen und Szenen, so wie Kennedys Rede vor dem Rathaus Schöneberg oder den Besuch Gorbatschows. Bis zum 1. Juli wird die Miniaturstadt mit Lichtinstallationen, Animationen und Interaktionsmöglichkeiten zum Leben erweckt. So können Besucher beispielsweise die Berliner Mauer selbst zum Einsturz bringen.
Little Big City gehört zur Merlin Entertainment Group, die auch das Madame Tussauds Berlin oder das Legoland in Berlin betreibt. Die Attraktion ist zweisprachig und kann innerhalb von einer Stunde begangen werden.

Zusammengefasste Darstellung des Berliner Morgenpost Beitrages vom 15. Juni 2017.

Quelle