Der einstige Regierungssitz der DDR ist ab Juli als Miniatur zu sehen

Berlin - Der Palast der Republik ist wieder da! Allerdings ist er stark geschrumpft. Im Maßstab 1:24 steht „Erichs Lampenladen“ nun unterm Fernsehturm, wo gerade die Schau „Little Big City“ aufgebaut wird, die ab 1. Juli Berlin im Mini-Format zeigt.


Auferstanden aus Sperrholzplatten und Acryl: Monatelang arbeiteten Londoner Modellbauer am „Palästchen der Republik“. Vorlage waren Fotos vom echten Palast, der von 1976 bis zum Abriss (2008) auf dem Schloßplatz stand. 3,5 Meter breit, ein Meter hoch, ein Meter tief und 60 Kilogramm schwer ist der Palast-Nachbau. Er steht in dem Teil der Schau, in dem an das Berlin zu Mauer-Zeiten erinnert wird. In der Szenerie, die die Militärparade zum 40. DDR-Geburtstag (7. Oktober 1989) darstellt, taucht noch ein alter Bekannter aus der Versenkung auf. Erich Honecker nebst Gattin Margot stehen als Figuren auf der Tribüne. Dazwischen kommt später noch Gorbatschow. Während auf dem Vorplatz Modell-Panzer rollen, tummeln sich mittendrin weitere Promis im Mini-Format.


Udo Lindenberg, der 1983 im Palast spielte und Bruce Springsteen, der 1988 allerdings in Weißensee vor 180.000 Fans rockte. „Das sind künstlerische Freiheiten, die wir einfach mit einem Augenzwingern zeigen“, sagt Projekt-Manager Marcel Kloos (35). Dazu gehört auch, dass in der Schau DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn im Raumfahreranzug vor „Konnopke“ steht, eine Currywurst isst. In die Schau durfte am Mittwoch bereits Walter Momper. Als Regierender von West-Berlin ist er vorm Schöneberger Rathaus als Figur zu sehen – während Kennedy dort seine Rede hält. „Ich war damals wirklich als junger Mann dabei“, sagt er.


Aus der Berliner Zeitung vom vom 15. Juni 2017.

Quelle